PILSKILLS – KLEIDER MACHEN LEUTE

Title: Kleider Machen Leute
Genre: Music Video
Year: 2014
Duration: 02:38
Format: 16:9, Full HD, Colour
Sound: Stereo

Creative Direction: Pilskills
Director: Pilskills, Christian Limber
Cast: Pilskills
Camera: Christian Limber
Montage: Christian Limber
Location: Berlin Friedrichshain
Production: Pilskills, Christian Limber
Year: 2014

Musician: Pilskills
LP: Menkenke Aufm Mont Klamott
Producer: Mr. Mick
Artwork: Ole Bahrmann
Guests: Mr. Mick, Die Erikas, Dj Teroe, Wilhelm Klotzek
Mix: Mr. Mick
Scratches: Dj Robert Smith
Mastering: Ünal Yüksel
Distribution: HHV
Label: Chefhain Weltrekords, HHV
Year: 2014
Links: DISCOGS

Pilskills sind eine Rap-Gruppe aus Berlin-Friedrichshain, gegründet 1996 von den Rappern Bagman und Dehfone sowie DJ Ossi Oskar. Last.fm Was viele Berliner Acts nie geschafft haben – in ihrer eigenen Stadt geliebt zu werden –, ist Pilskills mühelos gelungen: keine bundesweite Karriere, aber dafür tief verwurzelt im Kiez. Last.fm

Der Name erklärt sich schlicht: Pils für Pilsner, Skills für Skills – entstanden aus dem Wunsch, die fehlende Party-Rap-Kultur Berlins selbst zu füllen. Last.fm Ihre Musik bewegt sich zwischen Blues, Disco-Funk und Irrwitz Rap.de – mit Texten, die verdrehte Alltagsgeschichten aus dem Chefhain erzählen, nah an der Realität des Viertels, aber ohne die aufgesetzte Härte anderer Rap-Crews. Ihr Katalog reicht von frühen Demos über Vinyl-EPs bis zu aktuellen Releases auf Bandcamp. PILSKILLS

Für Nicht-Berliner: »Menkenke« heißt so viel wie Geschrei oder Unruhe stiften und genau das taten die Friedrichshainer Dehfone, Bagman und DJ Ossi Oskar schon zu einer Zeit als Berliner Rap jenseits der Stadtgrenzen noch ignoriert wurde und der Begriff »Sprechgesang« als legitime Genre-Bezeichnung durchging. Stilistisch wie raptechnisch siedelt sich ihr drittes Album »Menkenke aufm Mont Klamott« genau in jener Throwback-Nische aus Jazz-Samples, Drumloops und einsilbig-gereimten Alltagsbeschreibungen an, die unter keinen Umständen den Anschein simulieren wollen, mit dem heutigen State-Of-The-Art etwas am Bucket Hat zu haben. Raprentner aus Überzeugung sind Pilskills dennoch nicht, was schon Songs wie »Zehn-Fünfzehn-Zwanzig« zeigen. Statt einer postadoleszenten Vergangenheitsverklärung zu fröhnen, hagelt es selbstironischen Realtalk über »die gute alte Zeit«: »Die Erinnerung besteht aus tausend Farben und Nippeln/Die Wirklichkeit waren Hausaufgaben und Pickel«. Da mogelt sich zwar auch mal ein Schenkelklopfer zwischen die 21 Kopfnicker, doch bei so viel Lachfalten-Leichtigkeit muss man nicht gleich mit den Augen rollen. Mr Micks Beats orientieren sich zudem mehr an den lässigen Sample-Potpourris früher De La Soul-Alben als an den Hardcore-Entwürfen von DITC. Zwischen dem geschwänzten Salsa-Kurs oder einer verstopften Spülmaschine nehmen Pilskills das Leben, wie man es als Ü-30er nehmen muss: mit Humor statt der Früher-War-Alles-Besser-Keule. Summiert mit dem ohnehin omnipräsenten, aber niemals aufdringlichen Lokalkolorit ist »Menkenke aufm Mont Klamott« eine sympathische Mikrokosmos-Konserve dreier Ostberliner (Ex-)Spielkinder, die so tun als wäre die Freundin immer noch weg und bräunt sich wie in 1996. Review: Fion Birr HHV Magazine